Xavi ist schnell. Sehr schnell.

Doch diesmal landet er an einem Ort, an dem Geschwindigkeit allein nicht weiterhilft: in einem Maislabyrinth.

Hinter jeder Ecke wartet ein neuer Weg und plötzlich muss Xavi herausfinden, ob schnelles Rennen wirklich immer die beste Lösung ist.

Findet er den richtigen Ausgang?

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Xavis Abkürzung durchs Maislabyrinth

Neben der Weide stand ein Maisfeld, so hoch, dass nicht mal Diego darüber hinwegsehen konnte. Der Nachbar hatte Gänge hineingeschnitten. Ein Labyrinth.

Xavi starrte jeden Tag hinüber. „Da drin gibt es bestimmt tausend Abkürzungen.“

„Wohin denn?“, fragte Samurai.

„Egal. Hauptsache Abkürzungen.“

Am Dienstag fand Xavi einen schiefen Zaunpfosten. Darunter war gerade genug Platz. Ein Rascheln, und weg war er.

„Der findet nie wieder raus“, seufzte Samurai.

„Wir müssen ihn holen!“, rief Camillo.

Romeo kaute. „Ich nicht.“

„Du bleibst hier“, sagte Samurai. „Damit wir wissen, wo hier ist.“

Im Mais standen die Halme wie Wände. Nach fünf Kreuzungen fanden sie Xavi. Sehr zufrieden.

„Ich habe schon drei Abkürzungen gefunden.“

„Gut. Und jetzt raus.“

„Kein Problem. Ich kenne eine Abkürzung.“

Xavi flitzte los. Links, rechts, links. Sackgasse.

„Die war vorher noch nicht da“, behauptete Xavi.

Noch eine Abkürzung. Sackgasse. Und noch eine.

Dreimal kamen sie an demselben zertretenen Maiskolben vorbei.

„Der verfolgt uns“, flüsterte Camillo.

„Nein“, sagte Samurai. „Wir laufen im Kreis.“

Die Sonne stand schon schief. Camillo wurde mulmig.

„Was, wenn wir für immer im Mais wohnen müssen?“

Auch Xavi sagte nichts mehr.

Da stellte Samurai sich so hin, dass die Maiswand direkt vor ihm war.

„Ab jetzt gehen wir immer an der rechten Wand entlang. Egal, was kommt.“

„Das dauert ewig“, sagte Xavi.

„Aber es funktioniert.“

Zweimal wollte Xavi wieder abkürzen. Zweimal stellte Camillo sich ihm in den Weg.

„Rechte Wand.“

Und dann hörten sie es.

Mal, mal, mal.

Ein vertrautes Kauen.

Noch eine Kurve. Und vor ihnen lag der schiefe Zaunpfosten. Dahinter stand Romeo.

„Wir waren verloren!“, rief Camillo. „Für immer! Fast.“

Romeo sah zum Ausgang des Labyrinths.

„Ihr wart nur fünf Schritte vom Eingang entfernt. Wenn ihr gleich am Anfang rechts gegangen wärt“, sagte er, „wärt ihr in einer Minute zurück gewesen.“

Es war sehr still.

Xavi räusperte sich.

„Das war dann wohl die Abkürzung.“

Am Abend wurde der Pfosten gerade gerichtet. Xavi sah sehnsüchtig zum Mais.

Camillo stellte sich vor ihn.

„Rechte Wand.“

Xavi seufzte und rannte stattdessen zwei Runden um die Weide.

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